Freitag 17.6. bis Sonntag 19.6.2022 – die „PragoVespa 2022„, veranstaltet vom Traditionsvespaclub „Vespa Club Praha“

Die Anreise

Am Freitag um 9 Uhr starteten zwei SteelRoller (Klaus Weggesser und Markus Friedl) los Richtung Prag. In einem gemütlichen Reisetempo führte die Strecke von Linz über Altenberg und Reichenau nach Bad Leonfelden um bei Weigetschlag in die Tschechische Republik einzureisen.

Wir folgten der Moldau von Vyssi Brod über Rosenberg und Krumau. Diese Strecke ist landschaftlich sehr reizvoll und die Strasse schlängelt sich mit vielen Kurven durch das enge Tal der Moldau. Weiter ging es über Budweis und Hluboka nad Vltavou wo das majestätische Schloss auf einem Hügel über dem Ort thront und optisch ein klein wenig an Windsor Castle erinnert.

Am Kernkraftwerk Temelin vorbei, das irgendwie brutal wirkte gegen die mittelalterlichen Orte durch die wir bisher gekommen sind, ging es dann auf Nebenstraßen immer Richtung Nord. Viele kleine Orte, meist mit schön renovierten uralten Häusern und vielen Schlösschen und Gutshäusern, die Route führte über Tyn nad Vltavou, Kolodeje, Drazic, Nemejice, Bilinka, Bernatice – wo die eigentlich geplante Strasse gesperrt war – weiter nach Oparany, Jistebnice, an ettlichen Seen vorbei nach Sedlec.

Kurz nach Sedlec gab Klaus bekannt dass seine Tankanzeige auf Reserve ist, also ein Tankstopp demnächst nötig sei. Beim genaueren Überlegen stellten wir fest, dass die letzte Tankstelle sicher 40km weit zurück liegt. Im Ort Jesenice, der nächste Ort durch den wir fuhren, war zwar ein Schild mit Tanksymbol darauf, jedoch keine Tankstelle zu sehen. Ein freundlicher älterer Herr saß vor seinem Geschäft, den fragten wir wo denn die Tankstelle sei. Die Antwort „ja, Tankstelle haben wir, aber ist seit 2 Jahren kaputt“ steigerte die Nervosität – vor allem bei Klaus, dessen Sprit wirklich schon knapp wurde. Meine Tankanzeige war mittlerweile auch im roten Bereich angekommen, also Benzin war nun Priorität eins.

Dank Internet und Google Maps war in etwa 15km eine Tankmöglichkeit gefunden, und diese wurde schnurstracks angesteuert, mit ganz sanftem Beschleunigen und etwas mulmigen Gefühl rollten wir kurz darauf in Sedlcany zur Zapfe! Es ging sich aus! die ersten 211km waren geschafft, Und auch wir gönnten uns ein kühles Getränk und eine kleine Pause – immerhin war es kurz nach Mittag.

Danach wechselte die Landschaft, wir kamen an Slapy vorbei und trafen in Stechovice wieder auf die Moldau, die uns bis Prag begleitete. In Prag führte uns das Navi direkt zum gebuchten Hotel. Nach dem Checkin und Zimmerbezug gings weiter zum etwa 150m entfernten Festivalgelände der Pragovespa.

Freitag Nachmittag und Abend

Gleich bei der Ankunft konnten wir noch streng limitierte Plätze für die Abendausfahrt ergattern, wir hatten die Tour „Castle“ also Burg. Die Freunde vom Parger Vespaclub bemühten sich sehr die recht gut gemischten Nationalitäten der Teilnehmer unter einen Hut zu bekommen, vieles wurde neben tschechisch auch in Englisch und Deutsch angeschrieben oder über Lautsprecher durchgesagt.

Apropos Teilnehmer: ich erinnere mich an Teilnehmer aus folgenden Ländern

  • Tschechien
  • Slowakei
  • Ungarn
  • Deutschland
  • Italien
  • Polen
  • Lettland
  • Litauen
  • Serbien
  • Kroatien
  • Slowenien

und natürlich Österreich 🙂

Die Abendliche „Castle“-Tour führte durch die Prager Innenstadt rauf zur Prager Burg. Dort gab es einen Foto Stopp und dann ging es weiter zum Spartakiaden-Stadion und der Aussichtsterrasse, auch hier wieder mit einem Foto Stopp. Über kurvige Kopfsteinpflaster-Straßen ging es vom Burg Berg runter in die Altstadt, direkt auf den Wenzelsplatz. Nach einer Umrundung weiter Richtung Osten in den netten 3. Bezirk Zivkov, der sich in den letzten Jahren wirklich zu einem hübschen Stadtteil entwickelt hat, dort lag am Fuß des Veitsbergs auch das Festivalgelände.

Das Wetter war perfekt, sonnig und trocken, immer um die 30 Grad und nach der heißen Stadtrundfahrt war der Durst groß! Wie üblich in Tschechien gab es auch am Gelände der Pragovespa mehrere Biersorten, wir wählten das Pilsner, das perfekt gekühlt ausgeschenkt wurde. Am Abend ergaben sich einige nette Kontakte, außerdem haben wir noch 3 weitere Oberösterreicher getroffen, die zwar flott über die Schnellstraßen nach Prag gekommen sind, aber dann eine Herbergssuche hingelegt haben die etwas abenteuerlich war.

Samstag

Nach dem Frühstück zog es uns wieder aufs Festivalgelände. Dort kehrte auch wieder Leben ein, aus den Zelten krochen verschlafene Menschen und am Espresso-Stand bildete sich bereits eine kleine Schlange. Die für 10 Uhr angesetzte Ausfahrt verzögerte sich. Das Verkehrschaos in der engen Zufahrtsstraße zum Festivalgelände nahm auch mehr und mehr zu. Gegen 11:15 startete der Corso dann endlich, mit Absicherung von einigen Polizisten auf Motorrädern. Laut Veranstalter waren dann 472 Vespen am Wenzelsplatz, der plötzlich sehr italienisch wirkte!

Am Nachmittag erkundeten Klaus und ich noch die Altstadt auf eigene Faust, Altstädter Ring, Karlsbrücke muss man einfach gesehen haben!

Am Abend traten Bands auf, natürlich gabs Ehrungen und Verlosungen. Einfach eine riesen Party. Gegen Mitternacht gabs dann noch eine Einlage von einigen polnischen Vespisti mit einem „Nudist Vespa Ride“ der viel Aufmerksamkeit erregte. 

Sonntag

Bereits beim Frühstuck vor 9 Uhr zeigt das Thermometer 25 Grad an, angekündigt sind über 30 Grad für diesen Tag. Klaus und ich beschließen den schnellsten Weg nach Linz zu nehmen. Der führt aus Prag über die Autobahn nach Pisek. Dann über die gut ausgebaute und schnürlgrade Fernstraße nach Budweis und von dort weiter bis zur Österreichischen Grenze. Danach gehts über die Bundesstraße durch Freistadt, Neumarkt und Gallneukirchen nach Linz.

Gesamtstrecke waren an diesem Wochenende gute 750km.

Wetter perfekt trocken und warm (bis sehr heiß)

Ahoj Steelroller!
(Markus Friedl)

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